Montag, 9. Juni 2014

Güzelyeli/Troia

Heute war wieder so ein merkwürdiger Tag.
Doch zunächst der Reihe nach - am Sonntag wollten wir mit der Fähre ja über das Marmarameer nach Bandirma - doch sie fuhr erst um 12 Uhr 30, so sind wir mit dem Rad an der Küste unterhalb des Stadtteils Sultanahmed entlang geradelt und kamen am Bahnhof vorbei, dem legendären Bahnhof, an dem der Orientexpress hielt! ein wunderschönes Gebäude mit Jugendstilelemneten, frisch renoviert erstrahlt er , leider für fast niemanden...das Eisenbahnnetz in der Türkei ist sehr überschaubar. Da wir vom Vortag wußten,wie und wo die Straßenbahn fährt , sind wir der Straßenbahn entlang und nochmals zur Blauen Moschee , zur Hagia Sofia und zum Hippodrom, am großen Bazar vorbei, noch einen letzten (teuren) Tee und wieder zurück zum Hafen. Das war wirklich ein sehr schöner Vormittag.
Das Schnellboot legte pünktlich , wie alles und immer hier (das gefällt uns Deutschen), ab und ca. eine halben Stunde später schliefen wir beide tief und fest, wie es sich für Bachpacker gehört! Nach 2,5 Stunden Fahrt legten wir in Bandirma an und es hatte Temperaturen wir in Deutschland! Da Bandirma ein Raffineriestandort ist, roch es entsprechend, wir wollten sowieso weiter und hatten im Internet gesehen, daß es in Erdek einige Hotels gibt, leider war die Hälfte zu oder zu verkaufen. Der Ort hatte was von einer Geisterstadt, wir fanden trotzdem eine ganz nette Unterkunft direkt am Meer,waren aber die einzigen Gäste. Karl badete ganz kurz, mir war es zu kalt.
So nun zum heutigen Tag, wir starteten auf Meereshöhe und es ging erst mal durch einen Olivenhain bergauf, unterwegs einige Hunde, denen es aber zu warm war , um uns hinterher zu rennen! Der Ort Edincik oben ist einer den schönsten, alten Dörfer, die wir gesehen haben und als wir begeistert fotografierten ,kam der Lehrer mit Torte vorbei, da sein Sohn heute 9 Jahre alt wird - erfuhren wir alles, weil er gut englisch konnte und verwundert war, was wir hier denn schön finden!
Weiter ging es auf wügeliger(hügelig und wellig) Strecke, Weizenfelder, Reisfelder, Weinstöcke, Kirschbäume ect säumten unsere Straße, so nach 70 km hielt ein LKW
vor uns, der Fahrer stieg aus und winkte, wir winkten auch und fuhren weiter. Kurze Zeit später überholte er uns wieder und hielt erneut vor uns. Diesmal riß er bereits seine LKW-Tür hinten auf und bedeutete uns, daß wir mitfahren sollen! Die Verständigung war schwierig, aber wir haben etwas von "Straße" und "Hitze" verstanden, da wir nicht ablehnen konnten, stiegen wir ein, ich nahm wieder im Bett Platz und Karl auf dem Beifahrersitz. Er zeigte seine Temperaturanzeige 31°, ja, es war schon warm...dann kamen einige Baustellen....da waren wir dann sehr froh im LKW zu sitzen, die sehr schlechte Straße wurde einspurig und noch schlechter, ging steil bergauf und Baustellenverkehr am Hinterrad, es gibt wahrlich Schöners! So sind wir bis Cannakkale mitgefahren , haben unterwegs Kaffee aus Pappbechern bekommen (er ist ausgerüstet mit Wasserkocher, Kaffeepulver, Zucker, das erklärt warum LKWs manchmal so langsam fahren), die er türkisch entsorgte - Fenster auf und raus damit! In Cannakkale radelten wir erst mal wieder ans Meer, eine breite, sehr schön angelegte Strandpromenade erwartete uns. Wir stärkten
uns mit Manti (türlische Ravioli) und überlegten, wohin wir denn nun fahren.
Cannakkale liegt an der schmalsten Stelle der Dardanellen, nur 1,2 km trennen Europa von Asien, ein moderner, netter Ort mit vielen Cafés und Läden und dem trojanische Pferd am Hafen, das in dem gleichnamigen Film mit Bratt Pitt "mitspielte" . Wir fuhren noch ca 20 km weiter und sitzen wieder am Meer,hier ist mehr los, in dem Hotel sind diverse chinesische Reisegruppen, viele Kinder und Jugendliche aus Trabzon, die an Sporturnieren teilnehmen. Der Garten geht direkt ans Meer, am Ende der Dardanellen zu einer leuchtend rot angestrahlten Festung auf der europäischen Seite! Es ist bis 21 Uhr 15 hell, in Kars war es bereits um 19 Uhr 30 dunkel, nichts im Vergleich zu Deutschland....

Mit den Rädern vor der Blauen Moschee
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Samstag, 7. Juni 2014

Istanbul

Sultan Ahmed Moschee (Blaue Moschee)
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Alte Zeiten
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Neue Freunde im PUDDING SHOP
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Nachdem die ganze Schwarzmeerküste von Unwettern (Überschwemmungen und Erdrutsche) heimgesucht wurde, haben wir uns zur Weiterfahrt ins Landesinnere entschlossen. Doch auch da wurde kurze Zeit später der Himmel schwarz und so kam uns ein großer Busbahnhof in Bartin gerade recht, eigentlich wollten wir einfach mit dem Bus nach Safranbolu, doch der nächste Bus ging nach Istanbul - kurz beratschlagen, die Karte zu Rate ziehen- und warum nicht Istanbul, dem schlechten Wetter und der Fahrt mit viel Verkehr entfliehen! Eine sehr nette junge Dame des Busunternehmens , die gut englisch konnte, hat sich sehr bemüht und uns sogar ein Hotel in Istanbul gebucht, da wir erst um Mitternacht (nach 6,5 Stunden Fahrt in heftigstem Unwetter) am Otogar ankamen. Der modere Bus hatte Bordservice und eine Essen -und Pipipause gab es auch. Das Hotel konnten wir uns aber auch mit 2 Bier nicht schön trinken, auch war ich nicht ganz sicher, ob nicht vor mir schon jemand in dem Bett geschlafen hatte, es lebe mein Schlafsack!!
Heute morgen sind wir mit dem Fahrrad durch Istanbul, auf manchen Abschnitten dachte ich, was für eine Schnapsidee, aber es hat erstaunlich gut funktioniert,wir hatten ein neues Hotel gebucht und logieren nun im 4 Sterne-Zimmer.
Istanbul ist auch für nur einen Tag faszinierend, so viele Touristen aus aller Herren (und Damen) Länder, was ich genauso meine (Usbeken, Russen, Indonesier, Hawaianer ect.) und was leider dazu führte, daß überall eine lange Schlange war und es nicht ins Topkapi-Museum gerreicht hat...Aber die Blaue Moschee und die Hagia Sofia sind auch sehr sehenswert und Karl wurde ganz nostalgisch zu Mute, als wir im legendären Pudding-shop saßen, wo wir vom Besitzer übrigens zu Tee und Pudding eingeladen wurden - Karl's Charme macht's möglich, als er erzählte , daß er 1975 bereits hier war und die beiden von alten Zeiten schwärmten.
Morgen gehts mit der Fähre weiter, über das Marmarameer, Richtung Troia.

Donnerstag, 5. Juni 2014

Königsetappe

Von Cide nach Amasia (Perle der Schwarzmeerküste)
Nur 72 km aber mit acht MÖRDERSTEIGUNGEN (jeweils zwischen 2 und 6 km)
Zusammen ca. 2400 Höhenmeter. Durchschnittsgeschwindigkeit 11,2 km
(zwei Stücke sogar geschoben). Fahrzeit ca. 6,5 Stunden.
Angekommen in guter Verfassung. Bier getrunken! Super!
Was Karl damit sagen möchte - wir sind sehr zufrieden mit uns heute!
In Amasia war dann Generalstreik! Das heißt es gab nichts zu essen und wir hatten den ganzen Tag nur ein paar Nüsse und Kekse, mangels Restaurant, kurz vor Amasia allerdings machten wir an einem Teeausschank mit schöner Aussicht Rast, da kam ein Herr vom Nachbartisch, ging zu seinem Auto und kam mit einem mit Pide und Kirschkuchen gefüllten Teller wieder!
In Amasia hat sich ein Wirt erbarmt und uns Touristen doch ein Essen geboten. Gestärkt machten wir uns zur Kundgebung auf - und kamen uns vor wie montags in Stuttgart! Wir haben mitbekommen, daß hier ein Kohlekraftwerk gebaut werden soll und die Bewohner um ihre Umwelt und ihren Tourismus fürchten. Anschließend war noch Musik und spätestens als alle "Bella Ciao" anstimmten, wußten wir , daß wir hier richtig sind! Zu den anderen Liedern wurde ebenfalls laut mitgesungen und getanzt, es ist schon verwunderlich, daß obercoole 15 jährige Jungs begeistert diese dem Sirtaki sehr verwandte Tänze mitmachen!
Leider regnet es ziemlich und wir konnten das schöne Städtchen auf einer kleinen Halbinsel mit einem Kastell noch gar nicht richtig anschauen, vielleicht wird's morgen besser...inshallah

Teeständle
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Blick auf Amasia
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Mittwoch, 4. Juni 2014

Auf und ab... Küstenstrasse mit Tücken

Traumstrand
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Traumstrand 2
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Die Küstenstraße ab Sinop gibt es erst seit den 70er Jahren, zuvor waren all die kleinen malerischen Orte nur mit dem Schiff erreichbar. Die Straße führt über alle (wirkliche alle) Hügel und Berge, so daß es ständig auf mindestens 10% Steigung 200 m bis 500m hinauf und in die nächste Bucht wieder hinunter geht. Wir schaffen gerade mal 60 - 70 km pro Tag, heute hätten wir 120 km zurücklegen müssen, da nichts dazwischen kam. Das war eigentlich unmöglich - so sind wir in Insebolu in ein Dolmus eingestiegen. Dolmus heißt übersetzt "voll besetzt" und nachdem wir mit unseren Rädern, zwischen den anderen Passagieren und deren Großeinkäufe saßen, traf es das voll und ganz!
Wir wollten uns in den nächst größeren Ort ,ca.37km , mitnehmen lassen und den Rest dann radeln, in Iliasbey hatte der Fahrer schon seinen Bruder (?) herbestellt, der uns für 150 TL bis nach Cide fuhr. Anbetracht der Strecke waren wir heilfroh, morgen ist der Spaß zu Ende, dann fahren wir wieder selbst, es sollen so 70 km bis Amasra sein....
Die Landschaft ist wunderschön und die Strecke bietet herrlich Ausblicke hinunter zu Buchten, hinauf zu den bewaldeten Bergen, das schmale, schlechte Sträßchen schlängelt sich am Abgrund entang, zum Glück hat es kaum Verkehr. Heute Abend sind wir in einem Hotel in Cide, die Bucht ist 3 km lang mit einem Kiesstrand, der noch nicht fertig ist, die Strandpromenade mit Laternen in wechselnden Farben und den überall verlegten Gehweg mit Beton-Knochensteinen gibt es schon.
Für Lampen und Bewegungsmelder haben die Türken eine Schwäche, keine Toilette ohne Bewegungsmelder,der nach 7 sec. ausgeht, man sitzt oder hockt also auf der Toilette und wedelt ständig mit dem Arm, damit man nicht im Dunkeln ist...!!
So, nun kommt ein Photo zum lustigen Früchte raten, wer weiß es?
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Sonntag, 1. Juni 2014

Sinop

Bei Amasya liegt das Schlachtfeld Zile, auf dem Cäsar in nur 5 Stunden den pontischen König Pharnakas II schlug und die jedem Asterix-Leser bekannten Worte "Veni, Vidi, Vici " aussprach! Weiter ging es über die üblichen Berge ans Schwarze Meer, Samsun ließen wir rechts liegen und radelten auf einer sehr schönen Strandpromenade mit Radweg (!) zu unserem Hotel. Ein wenig in die Jahre gekommen, aber mit einem schönen Balkon mit Meerblick und einem riesigen Frühstücksbüfet. Der Portier ist ein junger Mann aus München, der wie sehr viele junge Deutsch-Türken, die wir getroffen haben, wieder in die Türkei zurückgekehrt ist.
Diesmal gewitterte es in der Nacht und so fuhren wir zwar von oben trocken, unten aber durch riesige Pfützen, aber es war wenigstens warm. Der neue Küstenhighway führt, wie der Name sagt , direkt an der Küste entlang. Dazu wurden die Strände überbaut (wir haben noch keine Stelle gefunden, wo wir wenigstens mal mit den Füssen ins Wasser können), Berge weggesprengt und aufgeschüttet, wegen der Steiküste geht es trotzdem immer wieder auf langen Anstiegen bergauf...Dazu kommen Tunnels - das ist nicht ganz einfach, es fahren zwar wenig Autos, aber die Tunnels sind schlecht beleuchtet und lang. Gestern hatten wir Glück, daß eine Spur wegen einer Baustelle im Tunnel für Autos gesperrt war und wir mit dem Rad gut fahren konnten. Heute hatten wir das Glück, daß über beide Tunnels die alte Straße noch zu befahren war, aber eben über die Berge...Gestern hatten wir auch elenden Gegenwind, so daß wir nach 111km genug hatten und in Gerze übernachteten, eine nette Kleinstadt am Meer, mit teils schönen alten Holzhäusern. Wir hatten ein schönes Zimmer mit Balkon und Meerblick und ca. 10 m Frühstücksbüfet, erfreulicherweise ist das Frühstück hier eine wichtige Mahlzeit , mit mindestens 5 Sorten Oliven und Schafskäse, zu Karls großer Freude gibt es auch oft Kuchen oder wenigstens Halva! Dermaßen gestärkt warteten die Berge wieder auf uns , heute waren es aber nur 40 km bis Sinop. Eine Stadt wieder am Meer mit 37000 Einwohnern ,im Sommer 100000 (!). Wir sind in der Altstadt, die von Resten einer Stadtmauer umgeben ist. Hier haben wir einen Konak (altes Herrschaftshaus) , sowie das Archäologische Museum besichtigt, beides kleine aber sehr schöne Museen. Sinop war durch seine Lage immer Schauplatz der Geschichte, nicht zuletzt ist Diogenes hier geboren! Außerdem ist es der nördlichste Punkt Anatoliens.
Hier im Hotel sind weitere 4 Radfahrer abgestiegen, die jungen Männer sind Schweden und auf der Fahrt nach Thailand! Außerdem haben wir ein Paar (in unserem Alter) getroffen, die seit ein paar Wochen mit Bussen durch die Türkei reisen und die wir in Amasya kennegelernt haben. Wir haben uns - wieder einmal- sehr nett unterhalten!
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so schön wohnte man damals

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Diogenes

Samstag, 31. Mai 2014

Karadeniz - Schwarzes Meer

Seebrücke bei Samsun
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Reisanbau im Kizilirmak-Delta
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Home sweat home...
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An der Strandpromenade gibt es ein Starbuck -Café und nach 6 Wochen Capuccino Entzug, leisteten wir uns einen solchen und ein Stück Pistazien-Schoko-Cake, für diese Summe essen wir oft zu Abend! 21 türkische Lira sind ungefähr 7 Euro , ein einfaches Topfgericht mit Fleisch kostet meist 10 TL, entsprechend war das Publikum, hier hatte keine ein Kopftuch auf. Wie das auch Richtung Westen immer weniger Frauen tragen, eigentlich sieht es aus , wie auf der Königstraße.
Die Landschaft ist sehr grün und hügelig , mit den bereits gelben Weizenfeldern und den Kuhherden sieht es aus wir im Allgäu, nur die Moscheen irritieren..

Donnerstag, 29. Mai 2014

Amasya

Amasya bei Nacht (leicht kitschig)
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Amasya bei Tag
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Moscheengerecht
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Vatertag in Amasya!
Gestern sind wir erfreulich eben, für hiesige Verhältnisse, 118 km bis Amasya geradelt. Wir kamen richtig gut voran, dann braute sich leider ein Gewitter zusammen und wir mußten immer wieder unterstehen. Da das meist an einem Laden oder einer Tankstelle war und wir dann immer einen Tee bekamen, sind wir völlig aufgedreht in Amasya angekommen. Hier steht natürlich überall das Wasser in riesigen Pfützen und entsprechend verdreckt und naß (aber zum ersten Mal nicht kalt) , haben wir unser Zimmer in einem Konak, das ist ein Haus aus dem 19. Jahrhundert, in dem die Sultanzöglinge und sonstige Günstlinge von damals wohnten,bezogen. Wir haben ein wunderschönes Zimmer und einen Balkon! Eines dieser Häuser wurde als Museum eingerichtet und man kann sehr schön sehen, wie man damals gewohnt hat. Auch eine medizinsiche Schule gab es hier und es hat ganze Vitrinen mit chirurgischem Gerät und Bilder.....wer's überlebt hat?!
Hier wird die Altstadt sehr schön renoviert. Heute sind wir zu Fuß los und haben alle Moscheen, Medresen, Felsgräber, Parks und auch die nicht renovierte Altstadt besichtigt. An der größten uns ältesten Moschee haben uns ein paar ältere Herren als Deutsche identifiziert und wir haben uns ein wenig unterhalten, einer hat uns zum Tee eingeladen und von seiner Zeit in Mannheim bei Daimler erzählt! Drei seiner Kinder leben noch dort und zwei leben hier, so reist er zwischen den Welten hin und her.
Heute war es auch zum ersten Mal richtig heiß - sicher um die 30°, daran müssen wir uns erst gewöhnen. Morgen fahren wir wieder Rad , eigentlich nach Samsun ans Schwarze Meer, aber es soll gewittern....

Dienstag, 27. Mai 2014

Tokat

Heute sind wir dem Regen davon gefahren! Die Berge sind nicht mehr ganz so hoch und Tokat liegt nur noch auf 640 m, hier ist es auch deutlich wärmer. Tokat ist eine große Stadt mit 120 000 Einwohnern, aber einer sehr schönen Altstadt. Hier fühlt man sich in der "alten Türkei", Frauen und Männer sitzen vor ihren Häusern zusammen, Kinder springen die steilen Wege hinauf und hinunter, Hühner scharren in den kleinen Gärtchen, Katzen schauen scheu von Dächern herab - eigentlich Idylle pur. Doch hier droht "TOKI"- Erdogans Zauberwort für Aufschwung, der dann dergestalt aussieht, daß die Menschen in Hochhäuser weit außerhalb umgesiedelt werden, das "alte Zeug" wird abgerissen und es entstehen austauschbare Einkaufzentren, Parkplätze und Hochhäuser für Reiche . Schließlich ist die Altstadt im Zentrum und somit teuer an Inverstoren zu verkaufen- kommt euch das bekannt vor?? In den kleinsten Ortschaften entstehen weit weg vom Zentrum diese TOKI-Siedlungen, daß hier kaum jemand ein Auto hat und kilometerweit zur Schule oder zum nächsten Laden gehen muß, interessiert nicht.
Dafür sind hier alle auffallend schlank, Kinder und Erwachsene, erstens gibt es nirgends Fast-food und zweitens geht hier jeder mindestens 8 km täglich zu Fuß!
Auffallend ist auch , daß Kinder hier Narrenfreiheit haben, ich habe noch niemals erlebt, daß ein Kind angeschrieen oder gar geschlagen wird. Kinder dürfen rennen, lachen, laut sein , einfach Kind sein!
Interessant finde ich auch die Begrüßungsrituale: Männer legen die Stirn rechts und links aneinander und geben sich die Hand, Frauen bergüßen sich mit Küsschen rechts und links, Männer und Frauen geben sich manchmal (!) die Hand. Ganz ehrerbietig werden ältere Männer gegrüßt , der Jüngere legt seine Stirn auf die Hand und küßt diese anschließend, wem diese Ehre zuteil wird ,konnten wir bisher noch nicht rausbekommen. In vielen Hotels ist übrigens ein Pfeil an Decke , der Osten anzeigt und im Schrank findet sich ein Gebetsteppich.
Heute haben wir eine Moschee von ca 1200 hier in Tokat besichtigt, in deren Garten, bei den Fußwaschbrunnen (vor dem Moscheebesuch) saßen 5-6 alte Männer im Sakko und Häkelmützchen auf einem Bänkchen. Wir wurden als freudige Abwechslung herzlich begrüßt, einer folgte uns in die Moschee und erzählte in schlechtem Deutsch, daß er in Duisburg im Bergbau war, 83 Jahre alt ist und nun schon seit 30 Jahren wieder hier lebt und er leider viele deutsche Worte vergessen hat, aber wir sollen unseren Kollgen doch mitteilen, wie schön es in der Türkei ist - was wir hiermit getan haben!
Heute soll es hier in einem - laut Reiseführer - schmierigen männerlastigen Lokal Bier geben, ich werde berichten!!

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