Zentralanatolien, Sivas, Yildizeli
Achtung langer Bericht!
Am Samstag war nochmals Auto fahren angesagt. Vom wirklich netten Bergdorf Yusefeli, (Serdar Tascis Ahnen kommen von hier) ging es auf- laut unserer Karte- asphaltierten Nebenstraßen- durchs Gebirge Richtung Erzincan zurück. Die Straßen waren kaum 2 m breit, meist ungeteert und wegen heftiger Regenfälle die reinsten Schlammpisten, Schlaglöcher machten die Fahrt zur Slalomfahrt und die heruntergefallenen Steine, liessen nichts Gutes ahnen!! Es war schon grenzwertig ,als auch noch Baustellen hinzu kamen und wir durch Kieswerke geleitet wurden.Wir beschlossen nach der ersten Möglichkeit auf die Hauptstraße zurückzukehren, die ergab sich aber erst nach 160 km....Vor Erzincan haben wir, als gute Deutsche, an einer Tankstelle das Auto abgespritzt, um den Vermieter nicht ganz zu schocken,der hat sich das Auto kaum angeschaut und alles war "Tammam" (=in Ordnung). Die Landschaft war aber sehr schön, an einem Fluß entlang, winzige Ortschaften an Berghängen, wo man sich wieder mal fragt, wie und wovon leben die Menschen da, in immer noch 1600 m Höhe, mit langen Wintern und viel Schnee!
Nachmittags setzte wieder Regen ein und in unserem Auto war es sehr behaglich!
Am Sonntag waren wir froh, wieder auf unseren Rädern zu sitzen, hinter Erzincan haben wir das Euphrat Tal verlassen und es ging erst 9 km nahezu eben, dann 30 km bergauf, auf einen Paß mit 2160 m. Dort konnten wir kein Photo machen, da es schüttete! Weit und breit nichts zum Unterstellen und durch die Regenjacke kam es schon verdächtig feucht durch! Nach einem oder zwei Kilometern war eine Straßenmeisterei in Sicht, schnell unter das Vordach und warten, doch keine 2 Minuten später sassen wir an einem eigens eingeschalteten Radiator bei einem heißen Nescafé! Das vermeintlich leere Gebäude war besetzt und der hilfsbereite Wachhabende hat sich so nett um uns gekümmert! 15-20 Minuten später hat der Regen aufgehört, in unsere klammen Jacken geschlüpft und weiter gings, eigentlich lag heute eine Strecke von 140 km vor uns, aber es war bereits nach 12 Uhr. Weitere 10 Minuten später setzte der Regen wieder ein....in dieser Höhe ist es ganz schön kalt. Wir sind aber tapfer weiter und waren froh, daß es nicht allzu weit bergab ging. Nach 76 gefahrenen Kilometern kam eine Tankstelle, wo wir uns wieder unterstellen konnten, doch nun waren wir so naß und kalt und es war so spät, daß wir auf die Idee kamen , es mit trampen zu versuchen! Ob uns aber so naß jemand mitnimmt? Die türkische Gastfreundschaft kennt auch hier keine Grenzen, obwohl nur wenige LKWs oder Autos unterwegs sind, saßen wir bereits 10 Minuten später in einem LKW, die Räder hinten , Karl auf dem Beifahrersitz und ich im Bett des Fahrers verstaut!! Leider konnte er kein Wort "auswärts" und unser türkisch ist auch nur rudimentär vorhanden. Er fuhr jedenfalls in unsere Richtung , als wir mit bekamen, daß er sogar bis Sivas fährt, haben wir kurzerhand beschloßen, bis dorthin mitzufahren. Unterwegs gab's eine Pipi-Pause und ehe wir uns versahen, wurden wir noch mit Schokoriegel, Nüssen und Getränken versorgt, die wir auf keinen Fall bezahlen durften.
In Sivas haben wir uns herzlich verabschiedet und wir fuhren, immer noch im Regen, in die Innenstadt und zu einem tollen Hotel, daß man uns dort hereingelassen hat,ist ebenfalls der türkischen Gastfreundschaft geschuldet.
Heute morgen haben wir uns Sivas angeschaut, auch einmal eine der großen Städte an der Seidenstraße, die Seldschuken haben hier so um 1200 wunderschöne Moscheen, Medresen (Koranschulen) , Hospitäler, sogar Nervenheilanstalten erbaut, in welchen die Patienten mit Musiktherapie behandelt wurden, während man in Europa bestenfalls zur Ader gelassen wurde. Doch dann kamen die Mongolen und später die Moderne und so stehen nur noch ganz wenige Zeugen, dieser glorreichen Zeit. Ansonsten ist Sivas ein Verwaltungszentrum für einen großen Umkreis, geschäftiges Treiben überall.
So gegen 10 Uhr fuhren wir mit dem Rad weiter, die Wetterprognose war 70% Regenrisiko, das Risiko fiel so gegen 14 Uhr in Massen auf uns hernieder, so daß wir wieder unterstehen mußten - glücklicherweise in einem Ort, an einer Pide-Lokantasi = Pide ist eine Art Türkische Pizza, sehr lecker. Nach dem Essen und mehreren Tees hatte es sich so richtig schön eingeregnet, daß noch ein Gewitter dazu kam, war auch vollends egal! Mit unserem türkisch, versuchten wir herauszubekommen, ob ein Bus fährt oder ob es ein "Otel" gibt - und hier sitzen wir nun, in einer modernen Karawanserei, einer Tankstelle mit Hotel , Restaurant und Moschee. Morgen starten wir einen weiteren Verrsuch mal wieder ein paar Kilometer voran zu kommen. So ganz grobe Richtung - Schwarzes Meer !
"Unser Autole em Bergdörfle"

Holzhäuser-Dorf

Truckerbraut

Gökmedrese (Blaue Medrese) in Sivas

Am Samstag war nochmals Auto fahren angesagt. Vom wirklich netten Bergdorf Yusefeli, (Serdar Tascis Ahnen kommen von hier) ging es auf- laut unserer Karte- asphaltierten Nebenstraßen- durchs Gebirge Richtung Erzincan zurück. Die Straßen waren kaum 2 m breit, meist ungeteert und wegen heftiger Regenfälle die reinsten Schlammpisten, Schlaglöcher machten die Fahrt zur Slalomfahrt und die heruntergefallenen Steine, liessen nichts Gutes ahnen!! Es war schon grenzwertig ,als auch noch Baustellen hinzu kamen und wir durch Kieswerke geleitet wurden.Wir beschlossen nach der ersten Möglichkeit auf die Hauptstraße zurückzukehren, die ergab sich aber erst nach 160 km....Vor Erzincan haben wir, als gute Deutsche, an einer Tankstelle das Auto abgespritzt, um den Vermieter nicht ganz zu schocken,der hat sich das Auto kaum angeschaut und alles war "Tammam" (=in Ordnung). Die Landschaft war aber sehr schön, an einem Fluß entlang, winzige Ortschaften an Berghängen, wo man sich wieder mal fragt, wie und wovon leben die Menschen da, in immer noch 1600 m Höhe, mit langen Wintern und viel Schnee!
Nachmittags setzte wieder Regen ein und in unserem Auto war es sehr behaglich!
Am Sonntag waren wir froh, wieder auf unseren Rädern zu sitzen, hinter Erzincan haben wir das Euphrat Tal verlassen und es ging erst 9 km nahezu eben, dann 30 km bergauf, auf einen Paß mit 2160 m. Dort konnten wir kein Photo machen, da es schüttete! Weit und breit nichts zum Unterstellen und durch die Regenjacke kam es schon verdächtig feucht durch! Nach einem oder zwei Kilometern war eine Straßenmeisterei in Sicht, schnell unter das Vordach und warten, doch keine 2 Minuten später sassen wir an einem eigens eingeschalteten Radiator bei einem heißen Nescafé! Das vermeintlich leere Gebäude war besetzt und der hilfsbereite Wachhabende hat sich so nett um uns gekümmert! 15-20 Minuten später hat der Regen aufgehört, in unsere klammen Jacken geschlüpft und weiter gings, eigentlich lag heute eine Strecke von 140 km vor uns, aber es war bereits nach 12 Uhr. Weitere 10 Minuten später setzte der Regen wieder ein....in dieser Höhe ist es ganz schön kalt. Wir sind aber tapfer weiter und waren froh, daß es nicht allzu weit bergab ging. Nach 76 gefahrenen Kilometern kam eine Tankstelle, wo wir uns wieder unterstellen konnten, doch nun waren wir so naß und kalt und es war so spät, daß wir auf die Idee kamen , es mit trampen zu versuchen! Ob uns aber so naß jemand mitnimmt? Die türkische Gastfreundschaft kennt auch hier keine Grenzen, obwohl nur wenige LKWs oder Autos unterwegs sind, saßen wir bereits 10 Minuten später in einem LKW, die Räder hinten , Karl auf dem Beifahrersitz und ich im Bett des Fahrers verstaut!! Leider konnte er kein Wort "auswärts" und unser türkisch ist auch nur rudimentär vorhanden. Er fuhr jedenfalls in unsere Richtung , als wir mit bekamen, daß er sogar bis Sivas fährt, haben wir kurzerhand beschloßen, bis dorthin mitzufahren. Unterwegs gab's eine Pipi-Pause und ehe wir uns versahen, wurden wir noch mit Schokoriegel, Nüssen und Getränken versorgt, die wir auf keinen Fall bezahlen durften.
In Sivas haben wir uns herzlich verabschiedet und wir fuhren, immer noch im Regen, in die Innenstadt und zu einem tollen Hotel, daß man uns dort hereingelassen hat,ist ebenfalls der türkischen Gastfreundschaft geschuldet.
Heute morgen haben wir uns Sivas angeschaut, auch einmal eine der großen Städte an der Seidenstraße, die Seldschuken haben hier so um 1200 wunderschöne Moscheen, Medresen (Koranschulen) , Hospitäler, sogar Nervenheilanstalten erbaut, in welchen die Patienten mit Musiktherapie behandelt wurden, während man in Europa bestenfalls zur Ader gelassen wurde. Doch dann kamen die Mongolen und später die Moderne und so stehen nur noch ganz wenige Zeugen, dieser glorreichen Zeit. Ansonsten ist Sivas ein Verwaltungszentrum für einen großen Umkreis, geschäftiges Treiben überall.
So gegen 10 Uhr fuhren wir mit dem Rad weiter, die Wetterprognose war 70% Regenrisiko, das Risiko fiel so gegen 14 Uhr in Massen auf uns hernieder, so daß wir wieder unterstehen mußten - glücklicherweise in einem Ort, an einer Pide-Lokantasi = Pide ist eine Art Türkische Pizza, sehr lecker. Nach dem Essen und mehreren Tees hatte es sich so richtig schön eingeregnet, daß noch ein Gewitter dazu kam, war auch vollends egal! Mit unserem türkisch, versuchten wir herauszubekommen, ob ein Bus fährt oder ob es ein "Otel" gibt - und hier sitzen wir nun, in einer modernen Karawanserei, einer Tankstelle mit Hotel , Restaurant und Moschee. Morgen starten wir einen weiteren Verrsuch mal wieder ein paar Kilometer voran zu kommen. So ganz grobe Richtung - Schwarzes Meer !
"Unser Autole em Bergdörfle"

Holzhäuser-Dorf

Truckerbraut

Gökmedrese (Blaue Medrese) in Sivas

Sigrid_Karl - 26. Mai, 15:47



















