Kalispera
Guten Abend, werte Leserschaft
Ein lauer Sommerabend auf dem Balkon, die Wellen plätschern an den Strand, ein Fischerboot tuckert vorbei, es ist fast paradisisch; und weil es uns so gut gefällt im Sea Breeze Hotel, haben wir bis Sonntag verlängert. Chios ist von hier aus zu erkunden und so können wir ohne unser Gepäck entspannt radeln. Gestern waren wir - wie bereits berichtet in Bergdörfern, zuerst in Pyrgi, die ihre Häuser mit schwarz-weißen Mustern verziert haben, einschließlich der Kirche, das sieht ganz hübsch aus. Der Ort lebt vom Mastixanbau, das heißt, die Häuser stehen ganz eng beieinander,so daß in dem Hochtal mehr Platz für die Mastix Bäume bleibt. Das Harz dieser Bäume findet in der Kaugummiherstellung, aber auch in der Medizin Verwendung. Für 1 kg bekommt man um die 70 Euro, ein Baum liefert 100-200 g im Jahr, da braucht man schon einige Bäume! Das andere Örtchen, Mesta, ist ebenfalls von 1300 und noch enger erbaut als Pyrgi. Die Steinhäuser stehen kaum 2 m auseinander und vieles steht leer. Es stellt sich wieder die Frage, wer möchte so beengt wohnen und mit einem Auto kommt man auch nicht durch. Chios ist wirklich sehr ursprüngliches Griechenland, in den Orten ist die Zeit stehen geblieben und nur sehr wenige Touristen sind hier. Finnen und Niederländer scheinen gerne nach Chios zu kommen.
Heute sind wir nach Chios-Stadt , um die Fährpassage nach Piräus zu buchen, Sonntagnacht sind wir unterwegs. Südlich von Chios-Stadt liegt eine Region, die sich Kambos nennt und Toskana in klein ist. Die Genuesen waren so um 1360 auf der Insel und mit Mastix, Zitrusfrüchten und Schiffsbau kamen sie zu Geld. In dieser Blütezeit baute man sich Landsitze mit großen Häusern, die über verschiedene Balkone und Freisitze verfügten, so daß man immer im Schatten sitzen konnte. Außerdem gab es in dieser wasserreichen Region in jedem Haus Schöpfbrunnen, die man den Ägyptern abgeschaut hatte, das Wasser lief in von Säulen umrahmte Wasserbecken in denen Goldfische schwammen - von den einst 200 dieser großen Landsitze stehen nur noch ganz wenige und zu besichtigen gab es gerade mal einen! Die Türken richteten 1822 ein Massaker auf der Insel an, 30000 Menschen wurden ermordet und die wenigen Überlebenden versklavt. Die Häuser verfielen und erst mit der Umsiedelung von 1923 kamen Griechen aus der Türkei hierher und versuchten zu retten was zu retten ist. Seit einigen Jahren steht alles unter Denkmalschutz und es gibt eine sehr schön gemachte Broschüre ,in welcher die ehemaligen Besitzer usw. erwähnt werden. Aber so ein Haus und Anwesen zu erhalten ist schon eine große Herausforderung an Mensch und Geldbeutel!
Ich war etwas skeptisch, wie man uns Deutschen in Griechenland begegnet, aber bisher haben wir nur gute Erfahrungen gemacht, vielleicht liegt das auch an unseren Griechischkenntnissen (hüstel) oder eben wie immer, wenn man freundlich ist, wird man auch freundlich behandelt. In der Taverne gibt es einen Nachtisch gratis, beim Obst oder bei Keksen wird abgerundet, obwohl inzwischen alles eingetippt wird und man gezwungen wird, den Beleg mitzunehmen. Es ist schon teurer, als in der Türkei, das Benzin kostet z.B. 1,94 Euro! Wenn wir abends sehr gut essen und Wein dazu trinken bezahlen wir 30 Euro, in der Türkei war das Essen sehr billig, der Alkohol (wenn es überhaupt welchen gab) sehr teuer. Auf der Insel ist von der Krise nicht allzuviel zu spüren, jedoch fallen die vielen alten Autos und die halbfertigen Häuser mit dem "Zu Verkaufen " Schild schon auf... ein Fahrradhändler meinte heute, daß er seit der Krise gute Geschäfte macht, da viele ihr Auto verkaufen mußten oder kein neues kaufen können.
Ansonsten ist es sehr sommerlich mit Temperaturen über 33°, nachts kühlt es noch angenehm ab, das Meer hat vielleicht so 19 oder 20°, nach kurzer Überwindung ist sehr schön! Die Bucht beim Hotel hat einen Stein-Kiesstrand, außer uns sind meist nur 3-4 andere beim Baden. Zur Taverne müssen wir in die nächste Bucht am Meer entlang stapfen -800 m-und mit der Taschenlampe zurück, die Bucht nennt sich Agia Fotini und ist Winter unbewohnt, jetzt hat es auch ein paar Pensionen und 3-4 Tavernen , sowie einen kleinen Supermarkt.
Ein lauer Sommerabend auf dem Balkon, die Wellen plätschern an den Strand, ein Fischerboot tuckert vorbei, es ist fast paradisisch; und weil es uns so gut gefällt im Sea Breeze Hotel, haben wir bis Sonntag verlängert. Chios ist von hier aus zu erkunden und so können wir ohne unser Gepäck entspannt radeln. Gestern waren wir - wie bereits berichtet in Bergdörfern, zuerst in Pyrgi, die ihre Häuser mit schwarz-weißen Mustern verziert haben, einschließlich der Kirche, das sieht ganz hübsch aus. Der Ort lebt vom Mastixanbau, das heißt, die Häuser stehen ganz eng beieinander,so daß in dem Hochtal mehr Platz für die Mastix Bäume bleibt. Das Harz dieser Bäume findet in der Kaugummiherstellung, aber auch in der Medizin Verwendung. Für 1 kg bekommt man um die 70 Euro, ein Baum liefert 100-200 g im Jahr, da braucht man schon einige Bäume! Das andere Örtchen, Mesta, ist ebenfalls von 1300 und noch enger erbaut als Pyrgi. Die Steinhäuser stehen kaum 2 m auseinander und vieles steht leer. Es stellt sich wieder die Frage, wer möchte so beengt wohnen und mit einem Auto kommt man auch nicht durch. Chios ist wirklich sehr ursprüngliches Griechenland, in den Orten ist die Zeit stehen geblieben und nur sehr wenige Touristen sind hier. Finnen und Niederländer scheinen gerne nach Chios zu kommen.
Heute sind wir nach Chios-Stadt , um die Fährpassage nach Piräus zu buchen, Sonntagnacht sind wir unterwegs. Südlich von Chios-Stadt liegt eine Region, die sich Kambos nennt und Toskana in klein ist. Die Genuesen waren so um 1360 auf der Insel und mit Mastix, Zitrusfrüchten und Schiffsbau kamen sie zu Geld. In dieser Blütezeit baute man sich Landsitze mit großen Häusern, die über verschiedene Balkone und Freisitze verfügten, so daß man immer im Schatten sitzen konnte. Außerdem gab es in dieser wasserreichen Region in jedem Haus Schöpfbrunnen, die man den Ägyptern abgeschaut hatte, das Wasser lief in von Säulen umrahmte Wasserbecken in denen Goldfische schwammen - von den einst 200 dieser großen Landsitze stehen nur noch ganz wenige und zu besichtigen gab es gerade mal einen! Die Türken richteten 1822 ein Massaker auf der Insel an, 30000 Menschen wurden ermordet und die wenigen Überlebenden versklavt. Die Häuser verfielen und erst mit der Umsiedelung von 1923 kamen Griechen aus der Türkei hierher und versuchten zu retten was zu retten ist. Seit einigen Jahren steht alles unter Denkmalschutz und es gibt eine sehr schön gemachte Broschüre ,in welcher die ehemaligen Besitzer usw. erwähnt werden. Aber so ein Haus und Anwesen zu erhalten ist schon eine große Herausforderung an Mensch und Geldbeutel!
Ich war etwas skeptisch, wie man uns Deutschen in Griechenland begegnet, aber bisher haben wir nur gute Erfahrungen gemacht, vielleicht liegt das auch an unseren Griechischkenntnissen (hüstel) oder eben wie immer, wenn man freundlich ist, wird man auch freundlich behandelt. In der Taverne gibt es einen Nachtisch gratis, beim Obst oder bei Keksen wird abgerundet, obwohl inzwischen alles eingetippt wird und man gezwungen wird, den Beleg mitzunehmen. Es ist schon teurer, als in der Türkei, das Benzin kostet z.B. 1,94 Euro! Wenn wir abends sehr gut essen und Wein dazu trinken bezahlen wir 30 Euro, in der Türkei war das Essen sehr billig, der Alkohol (wenn es überhaupt welchen gab) sehr teuer. Auf der Insel ist von der Krise nicht allzuviel zu spüren, jedoch fallen die vielen alten Autos und die halbfertigen Häuser mit dem "Zu Verkaufen " Schild schon auf... ein Fahrradhändler meinte heute, daß er seit der Krise gute Geschäfte macht, da viele ihr Auto verkaufen mußten oder kein neues kaufen können.
Ansonsten ist es sehr sommerlich mit Temperaturen über 33°, nachts kühlt es noch angenehm ab, das Meer hat vielleicht so 19 oder 20°, nach kurzer Überwindung ist sehr schön! Die Bucht beim Hotel hat einen Stein-Kiesstrand, außer uns sind meist nur 3-4 andere beim Baden. Zur Taverne müssen wir in die nächste Bucht am Meer entlang stapfen -800 m-und mit der Taschenlampe zurück, die Bucht nennt sich Agia Fotini und ist Winter unbewohnt, jetzt hat es auch ein paar Pensionen und 3-4 Tavernen , sowie einen kleinen Supermarkt.
Sigrid_Karl - 19. Jun, 21:11
