Tunceli
Durch' s wilde Kurdistan, ich weiß nicht so genau, wo Karl May es angesiedelt hat, aber hier sieht's schon so aus. Am Euphrat entlang , der jetzt der Attatürk-Stausee ist und sich kilometerlang durch alle Täler zieht und die ganze Landschaft und das Klima verändert - ratet mal wo unsere Straße ist - richtig über alle Berge drüber!! Aber schon beeindruckend durch diese Bergwelt zu radeln, heute nachmittag hatten wir ein Gewitter im Rücken und Gegenwind von vorne, so daß wir immer an der Gewitterkante entlang radelten, wir haben uns nicht getraut eine Pause einzulegen und sind mit hängender Zunge und leerem Magen in Tunceli /kurdisch Dersim angekommen. Mitten im Nordostanatolischen Hochland, eine Kurdenhochburg, im Cafè trafen wir einen Busfahrer aus Ludwigshafen, der zur Zeit hier seine Familie besucht und das war ganz interessant. Eine große Kaserne nach der anderen ensteht, Hubschrauber , die Patrouille fliegen und völlig vergitterte Polizeiautos , versuchen die Kurden im Zaum zu halten. Seit einem Jahr herrscht wohl so etwas wie Frieden, Erdogan hat tatsächlich einige Erleichterungen eingeführt, das Verbot kurdisch zu sprechen wurde aufgehoben (viele können es inzwischen auch nicht mehr) und er hat sich für ein Massaker aus dem Jahr 1937 entschuldigt. Die Arbeits -und Verdienstmöglichkeiten sind gering, der Herr aus Ludwigshafen dagte, daß viele 400 Stunden im Monat arbeiten und auf 20 Euro am Tag kommen. Das Benzin kostet aber 1,45 Euro, deshalb fahren wir auch so entspannt auf allen Straßen!
Hier hat es unglaublich viele junge Leute, das Durchschnittsalter in der Türkei ist 28 (in DT 42!), und es wird gebaut, unvorstellbare Industriegebiete,richtige Universitäts- Städte entstehen auf der grünen Wiese, die ersten Shopping-Malls, luxuriöse Hochhäuser, uns ist nicht klar , wer sich das leisten kann, wenn man die vielen ärmlichen Dörfer unterwegs sieht, ist es uns ein Rätsel. Auch wo die Arbeitsplätze für die vielen jungen Leute herkommen sollen, die , so unsere Ansicht von außen, keine allzu gute Schulbildung genießen und z.B. kein englisch können. Fühlen wir uns manchmal schon am Ende der Welt durch einsame Berge , hundert Kilometer von der nächst größeren Stadt entfernt, dann kommt so ein handgemaltes Schild, auf dem 5 Ortschaften aufgezählt sind, zu denen es auf ungeteerter Straße noch 37 km in die Berge geht. Kommt man ohne Auto überhaupt mal aus dem Dorf? Esel oder Pferd sind nicht selten, heute fuhren einige Viehtransporter an uns vorbei, die ganze Schaf -oder Kuhherden auf die Sommeralm bringen,die Unterkünfte der Hirten haben aber weing mit dem Hütten bei uns zu tun.
Wir fallen natürlich auf,wie bunte Hunde und können gar nicht so viel Tee trinken, wie Einladungen erfolgen,dann wird immer nach dem woher und wohin gefragt, daß wir nur Rad fahren, glauben die meisten nicht. Dann erfolgen Fragen nach dem Alter, ob wir Kinder haben und was wir arbeiten, manche fragen auch, ob wir verheiratet sind. Obwohl unser Türkischwortschatz aus nur 60 Wörtern besteht, klappt die Unterhaltung meist und wie überall , glaubt man auch hier , je lauter man spricht, um so eher verstehen wir was!!
Heute Abend waren wir in einem Lokal, dessen Besitzer sogar ein wenig deutsch sprach, wir mußten weder für das Wasser noch für den Salat etwas zahlen und beim Abschied bekamen wir noch wohlriechendes Parfum in die Hände geschüttet !
Auch auf der Fähre über den Euphrat wurde unsere Frage nach dem Preis mit eine großen Handbewegung abgetan.
Wahrscheinlich denken viele, diese irren Alten , die sich nur ein Fahrrad leisten können, können wir nicht auch noch zur Kasse beten!!

Aprikosenbazar in Malatya

Frauenpower auf dem Acker
Hier hat es unglaublich viele junge Leute, das Durchschnittsalter in der Türkei ist 28 (in DT 42!), und es wird gebaut, unvorstellbare Industriegebiete,richtige Universitäts- Städte entstehen auf der grünen Wiese, die ersten Shopping-Malls, luxuriöse Hochhäuser, uns ist nicht klar , wer sich das leisten kann, wenn man die vielen ärmlichen Dörfer unterwegs sieht, ist es uns ein Rätsel. Auch wo die Arbeitsplätze für die vielen jungen Leute herkommen sollen, die , so unsere Ansicht von außen, keine allzu gute Schulbildung genießen und z.B. kein englisch können. Fühlen wir uns manchmal schon am Ende der Welt durch einsame Berge , hundert Kilometer von der nächst größeren Stadt entfernt, dann kommt so ein handgemaltes Schild, auf dem 5 Ortschaften aufgezählt sind, zu denen es auf ungeteerter Straße noch 37 km in die Berge geht. Kommt man ohne Auto überhaupt mal aus dem Dorf? Esel oder Pferd sind nicht selten, heute fuhren einige Viehtransporter an uns vorbei, die ganze Schaf -oder Kuhherden auf die Sommeralm bringen,die Unterkünfte der Hirten haben aber weing mit dem Hütten bei uns zu tun.
Wir fallen natürlich auf,wie bunte Hunde und können gar nicht so viel Tee trinken, wie Einladungen erfolgen,dann wird immer nach dem woher und wohin gefragt, daß wir nur Rad fahren, glauben die meisten nicht. Dann erfolgen Fragen nach dem Alter, ob wir Kinder haben und was wir arbeiten, manche fragen auch, ob wir verheiratet sind. Obwohl unser Türkischwortschatz aus nur 60 Wörtern besteht, klappt die Unterhaltung meist und wie überall , glaubt man auch hier , je lauter man spricht, um so eher verstehen wir was!!
Heute Abend waren wir in einem Lokal, dessen Besitzer sogar ein wenig deutsch sprach, wir mußten weder für das Wasser noch für den Salat etwas zahlen und beim Abschied bekamen wir noch wohlriechendes Parfum in die Hände geschüttet !
Auch auf der Fähre über den Euphrat wurde unsere Frage nach dem Preis mit eine großen Handbewegung abgetan.
Wahrscheinlich denken viele, diese irren Alten , die sich nur ein Fahrrad leisten können, können wir nicht auch noch zur Kasse beten!!

Aprikosenbazar in Malatya

Frauenpower auf dem Acker
Sigrid_Karl - 19. Mai, 20:26
